Reisebericht: Zwischen Delhi und Dubai – eine Welt der Kontraste

Reisebericht Dehli

Am Stadtrand von Dehli

 

 

 

 

 

 

 

 

Es scheint etwas Wahres an dem Satz zu sein, dass man gewisse Dinge erst zu schätzen weiß, wenn man sie entbehren muss. Ich spreche hier aus Erfahrung, denn meine Reise durch Indien ist alles andere als komfortabel zu bezeichnen.

Auf Gandhis Spuren

Gleichwohl sich das Land technologisch rasant entwickelt, spürt man als Reisende nicht viel davon. Paradoxerweise scheint jedoch gerade dies den einzigartigen Reiz auszumachen, denn trotz allen Fortschritts hat sich Indien noch eine gewisse Ursprünglichkeit bewahrt. Die Busfahrten bleiben bei den unebenen Straßen ein Abenteuer, die Luft ist durchtränkt von einem seltsamen Gemisch aus Weihrauch, exotischen Gewürzen, Staub und Abgasen und die Hoffnung, dass man wenigstens in seinem Hotelzimmer auf den gewohnten Standard an Ordnung und Sauberkeit stößt, erweist sich als Illusion. Die Bettlaken sind schmuddelig, die Wände von Rissen durchzogen und die Matratzen sind so hart, dass selbst das windschiefe Zelt im Himalaya wehmütige Momente der Erinnerung auslöst. Und so ist es kein Wunder, dass bei Treffen mit anderen Reisenden stets Nostalgie aufkommt und wir von gewissen Annehmlichkeiten unseres jeweiligen Heimatlandes träumen. Natürlich rein theoretisch, denn um Nichts in der Welt würden wir all die Herausforderungen und Widrigkeiten, die unser Gastland täglich zu bieten hat, gegen Luxus und Komfort des Westens eintauschen! Wenigstens noch nicht!

Der Traum von 1001er Nacht

Doch alle guten Dinge haben einmal ein Ende und so kommt der Tag, an dem ich Abschied nehmen muss von all dem bunten Treiben, dem Chaos und dem Schmutz, ohne jedoch zu vergessen, dass Indiens Charme gerade darin liegt und dass sich, wer dieses zu erkennen vermag, an jedem Ort der Welt zurechtfinden wird.
Mein Weg führt mich über Dubai nach Hause. Vieles habe ich von diesem angeblichen arabischen Paradies gehört, doch meine Erwartungen werden um Grade übertroffen. Bereits am Flughafen ereilt mich der erste Kulturschock, denn alles verläuft tatsächlich reibungslos. Mein Hotel hat einen Fahrer geschickt, welcher mich wohlbehalten in meine märchenhafte Unterkunft chauffiert, wo strahlende Sauberkeit und eine äußerst geschmackvolle Einrichtung im orientalischen Stil auf mich wartet. Restlos überwältigt bin ich jedoch erst, als ich mit der flauschig weichen Hotelbettwäsche in Berührung komme. Schnell versinke ich im Land nahezu überirdischer Träume und am nächsten Morgen steht mein Entschluss fest: dieses einzigartige Schlaferlebnis möchte ich auch in Zukunft nicht missen!
Und so ist also das eine Souvenir, welches ich für mich selbst mit nach Hause nehme, weder eine indische Gottheit noch eine reich mit Ornamenten geschmückte Vase. Nein, es ist nichts anderes als jene flauschig weiche Hotelbettwäsche aus dem märchenhaften Dubai!

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