Mit dem Hausboot auf dem irischen Shannon unterwegs 2

Für das perfekte Einparkmanöver kredenzte Admiral Beate dem Kapitän ein gut gekühltes Guinness, dem dann leider noch ein zweites folgen musste, da das geplante Einkaufen wegen eines hernieder gehenden Gewitters auf später verschoben werden musste.

Es wurde gekocht. Zur Abwechslung gab es heute in Zwiebeln und Bacon erwärmte, dann mit gequirlten Eiern und Parmesan gebratene Spaghetti mit Salat. Auch ein sehr guter Sauvignon Blanc aus Neuseeland, der unser Weißwein des Monats August wurde, rundete unser Mal ab. Eigentlich gäbe es nichts mehr zu schreiben, wenn da nicht die extra, superklasse funktionierende Verdauung von Admiral Beate wäre. Einziges Problem dabei ist, das ausgeschiedene Ergebnis mit der Klopumpe in den Tank zu pumpen. Wenn das so weiter geht, kommt die mit Muskeln wie Klitschko nach Haus. Das abendliche Zocken ging mit einem leichten Plus für den Kapitän aus.

Samstag, der 4. August. Auch diese Nacht war ruhig und wir haben gut geschlafen. Vor dem Ablegen hatten wir uns ein üppiges Frühprogramm vorgenommen. Zuallererst ausgiebig duschen, anschließend die verbrauchten Wasservorräte auffüllen und dann zügig ablegen.
Und also geschah es. Leider verlief die Wasserzufuhr wesentlich komplizierter als geplant, war doch unser Schlauch etwas zu kurz. Also: Leinen los und Boot 3 Meter nach hinten ziehen. Leichter gesagt als getan, da wir dann im Knick lagen und vor allem deshalb, weil Admiral Beate am Vortag nach einem Handtuch auch noch die Schelle unseres Schlauches im Shannon versenkt hatte. Also blieb dem Kapitän nichts anderes übrig, als den Schlauch mit einer gehörigen Portion Muskelkraft am Hahn zu halten. Nach 20 (gefühlten 100) Minuten war der 2. Tagesordnungspunkt abgearbeitet und wir konnten unsere Fahrt fortsetzen. Der
Weg heute war nicht so weit geplant, da wir ja kurz nach Mittag unsere Crew in Carrick aufnehmen werden. Also fuhren wir gemächlich erst einmal nach Carnadoe, um die dortige Brücke für eine Durchfahrt in Augenschein zu nehmen. Die Überprüfung ergab eindeutiglich:
Boot zu hoch, Brücke zu tief. Vielleicht ließe sich das morgen mit kompletter Crew ja bei heruntergelegten Radarbogen nochmal probieren. Dann ging es weiter nach Carrick. Die Schleusung am Albert Lock verlief problemlos, nicht so das Einparken in Carrick. Dieses brachte uns durch extreme Winde eine schöne Schramme auf der Backbordseite ein. Shit Happens.

Kurz nach 14h waren dann die anderen Crewmitglieder da: Sanda (genannt Spieß Mausi) 30, ihr Lebensgefährte Philipp (des weiteren Steuermann genannt) 28 Jahre und 359 Tagsowie unser Navigator Benny, 29 Jahre alt.
Nach einem kurzen Begrüßungsdrink hieß es umgehend: Leinen los und ab nach Jamestown, wo Spieß Mausi und der Navigator vor 20 Jahren mal eine Katze aus dem Wasser gezogen hatten.