Mauritius Reisebericht – alleine im Paradies

Gecko auf Mauritius

süßer Gecko auf Mauritius

Eigentlich liegt mir ein Strandurlaub so gar nicht, verbinde ich damit doch eher Trägheit und Langeweile! Entsprechend distanziert reagiere ich, als ich den begeisterten Berichten von Freunden lausche, die gerade einige Wochen auf Mauritius verbracht haben und mich von einem ähnlichen Unterfangen zu überzeugen suchen. Schließlich benötige ich nach einer intensiven Prüfungsphase an der Uni definitiv eine Zeit der Entspannung und Muße. Und was bietet sich da eher an als ein Aufenthalt auf jener angeblich atemberaubend schönen Insel im Indischen Ozean, die mit so vielen Attraktionen lockt, dass meine anfängliche Skepsis schnell erwartungsvoller Vorfreude weicht?!

Ich ziehe also los, um mich persönlich davon zu überzeugen, dass dieser viel gerühmte Fleck Erde tatsächlich der Vorstellung vom Paradies ausgesprochen nahe kommt. Die Gastfreundschaft der Einheimischen und die kulinarischen Köstlichkeiten, welche sich aus den feinsten Speisen verschiedener Kulturkreise, darunter der indischen, kreolischen und französischen, zusammensetzen, übertreffen gleich am ersten Tag meine kühnsten Erwartungen. Zudem lockt der Black River George Nationalpark mit seiner überwältigenden Pflanzenpracht, zahlreiche Vogelarten laden zu intensiven Naturstudien ein und die Fülle an Wassersportaktivitäten und Ausflugsmöglichkeiten scheint nahezu unbegrenzt. Der Vorteil des Alleinreisens besteht zweifellos darin, dass man sich seine Zeit so einteilen kann, wie es einem beliebt, ohne zwecks Entscheidungsfindung langatmige Diskussionen mit den jeweiligen Reisebegleitern führen zu müssen. Zudem habe ich die Erfahrung gemacht, dass ich auf diese Weise viel schneller Kontakt zu den Einheimischen bekomme als wenn ich beispielsweise in einer Gruppe reise.

Und so mache ich mich auch gleich am nächsten Morgen auf den Weg, um auf dem bekannten Markt der Hauptstadt Port Louis ganz in das südländische Ambiente aus exotischen Duftnoten, farbenfrohen Waren und temperamentvollen Verkaufsgesprächen einzutauchen. Bei meiner Rückkehr ins Hotel werde ich auf meinem kleinen Balkon von einer erstaunlich zutraulichen Gecko-Familie empfangen. Während ich mich ganz dem Augenblick hingebe und den Blick auf das Meer genieße, indem ich mich nochmals gemächlich auf meiner Yoga-Matte ausstrecke, versucht ein Gecko-Kind vergeblich, mein Bein zu erklimmen, ohne sich dabei von dem anhaltenden Misserfolg beirren zu lassen.

Tatsächlich hat diese Insel so viele Entdeckungen und Überraschungen zu bieten, dass ich keine Zeit verliere und beim Schnorcheln die einzigartige Unterwasserwelt mit ihren prachtvollen Korallenriffen und unzähligen Fischarten studiere und im Rahmen eines Tagesausflugs sowohl die eindrucksvollen Chamarel-Wasserfälle bestaune als auch von dem hier angebauten frisch gerösteten Kaffee koste.

Bei den abendlichen Festivitäten am Strand habe ich Gelegenheit, neue Freundschaften zu schließen und letztendlich wertvolle Eindrücke von Leben und Kultur dieser facettenreichen Insel und ihrer Bewohner, welche mir in nur einer Woche fest ans Herz gewachsen sind, mit nach Hause zu nehmen.

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