Kuraufenthalt in Bad Wörishofen

Der Kneippkurort Bad Wörishofen mit seinen etwa 15.000 Einwohnern liegt im Süden Deutschlands- im Unterallgäu. Verkehrsgünstig im Großraum von München und in der Nähe der Stadt Memmingen gelegen, war der Ort das Ziel unserer letzten Reise. Wir hatten bereits viel über den Kurort und die Therme der Stadt gehört und gelesen, wollten uns jetzt aber mal ein eigenes Bild machen.

Die Anreise gestaltete sich einfach und komplikationslos. Wir landeten auf dem kleinen Flughafen Memmingen (München West) und weiter ging es mit dem vorab gebuchten Mietwagen auf der A96 Richtung München. Es werden jedoch auch Bus-Transfers nach Bad Wörishofen angeboten, jedoch wollten wir uns das nicht antun. Nach  etwa 30 Minuten am Zielort angekommen, konnten wir uns ein erstes eigenes Bild machen, welches auf Grund der einladenden Wirkung, der vielen verkehrsberuhigten Bereiche und auch dem Wetter äußerst positiv ausfiel. Bad Wörishofen bietet eine ausreichende Anzahl an Restaurants, Hotels und Kaffees in denen man es sich gut gehen lassen kann. Nach einem kurzen Zwischenstopp in einer Eisdiele ging es nun in unser übers Internet gebuchtes Hotel Fontenay, wo wir in den kommenden drei Tagen übernachten werden. Das Hotel machte sowohl auf den ersten Blick von außen, als auch nach näherem Betrachten von innen einen geschmackvollen und tadellosen Eindruck. Der Service war sehr gut und wir fühlten uns gleich willkommen. Wir hatten eine Wellness-Pauschale gebucht und planten es uns in den nächsten Tagen so richtig gut gehen zu lassen. Nachdem die Zimmer bezogen waren, auch hier gab es nichts zu Beanstanden- ganz im Gegenteil, ging es zum 5-Gänge-Dinner in das Restaurant des Hotels. Selten habe ich so gut gegessen und auch mein Gatte, der sonst immer etwas findet, grinste nach meiner Frage über das Essen zufrieden. Der Küchenchef stellte sich vor dem ersten Gang persönlich vor und da ich mein Tablet dabei hatte und nach Herrn Hofer suchte, wusste ich auch gleich, ohne es meinem Mann zu sagen, dass wir heute Sterneküche bekommen werden. Nach dem Dinner zogen wir uns müde vom Flug und den vielen Eindrücken für die letzten Stunden dieses ersten Tages auf unser Zimmer zurück und verarbeiteten unsere Impressionen über einem guten Buch.

Am zweiten Tag stand nach dem Frühstück eine genauere Besichtigung Bad Wörishofens auf dem Programm. Die beschauliche und idyllische Kleinstadt hat neben der Möglichkeit hier diverse Kuren zu genießen, auch einige Sehenswürdigkeiten im Angebot. Durch einen auffallend sauberen Ort ging es zu unserer ersten Station der Besichtigung: dem Kurpark. Dieser hat laut Ausschrieb mehrere tausend Rosenstöcke und über 350 verschiedene Rosensorten zu bieten. Die gepflegte Parkanlage lädt zum Verweilen ein und man fühlt sich hier sehr wohl. Insgesamt ein faszinierender und lohnender Anblick. Anschließend ging es nach einem Mittagsmahl beim auf Empfehlung besten Italiener der Stadt zurück in das Hotel, wo verschiedene und interessante Kneipp-Anwendungen auf uns warteten. Nach dem Abendessen genossen wir den schönen Sonnenuntergang im Außenbereich des Hotels bei einem Schlückchen Wein. Das schöne Wetter war wie gemacht für einen lauen Urlaubsabend. So ging also der erste komplette Tag des Kurzurlaubs viel zu schnell zu Ende.

Nach einer, für alle, geruhsamen Nacht ging es zum zweiten Teil der Ortsbesichtigung los. Die Kirche St. Rasso, eine Wallfahrtskirche, stand heute auf dem Programm. Hierzu ging es in den Ortsteil Untergammenried. Die römisch-katholische Kirche beeindruckt durch Stuck, Fresken und seine drei Altäre. Bei einer Führung bekamen wir viel Wissenswertes mitgeteilt. So zum Beispiel, dass die Kirche 1714 unter anderem von den Gebrüdern Georg und Sebastian Zillober erbaut wurde und noch sehr viel mehr. Der Nachmittag gehörte wieder den diversen Anwendungen im Hotel sowie einem gemütlichen, gemeinsamen Ausklang der Reise am Abend.
Die Anwendungen haben allen sehr gut gefallen. Bei meinen sogenannten Kneippkuren ging es darum, äußere Reize für den Körper nutzbar zu machen. Diese Reize wurden durch Wassertreten und Barfußlaufen gesetzt. Es geht auch um die richtige Ernährung und den Einsatz von Heilpflanzen. Es sollte jeder mal ausprobieren, aber ich hatte das Gefühl, dass es mir geholfen hat.
Auch von unserem Thermenaufenthalt möchte ich erzählen. Diese besuchten wir am letzten Tag unseres kleinen Kuraufenthalts. Leider hatten wir hierzu nur einen halben Tag Zeit. Man kann hier aber bestimmt auch leicht einen ganzen Tag verbringen ohne das es langweilig wird. Totes-Meer-Wasser- und Schwefelbecken haben mir persönlich sehr gut gefallen. Nach einer zahnminütigen Verweildauer merkte ich gleich, wie weich sich meine Haut nun anfühlte. Der Saunabereich wurde uns von einem Ehepaar, das wir dort trafen, ans Herz gelegt, da es weit und breit die schönste Anlage sein solle. Da wir aber keine Saunagänger sind haben wir die Empfehlung ausschlagen müssen. Das Essen dort war nicht unbedingt eine Wiederholung wert, aber man konnte es an der Poolbar im Wasser mit einem leckeren Cocktail gleich wieder vergessen machen.

Leider ist es uns nicht gelungen alles Sehenswerte der Gegend zu besuchen. Das Steinbrunnen-Kurhaus, der Klosterhof, die Grabkapelle Kneipps, das historische Kurviertel, das Badehäuschen, der Denkmalplatz und die Wandelhalle benötigen alles in allem doch etwas Zeit. Insbesondere wenn man sich nicht übermäßig hetzen möchte. Gerne hätten wir auch noch an einer Kräuterführung im Park von Bad Wörishofen teilgenommen. Leider wurde diese zurzeit nicht angeboten. Auch andere Ziele lassen sich sicherlich bei einem längeren Besuch erkunden. So zum Beispiel München (etwa 80km entfernt), die Zugspitze (etwa 90km, der höchste Berg Deutschlands) und das von König Ludwig II. erbaute Schloss Neuschwanstein (etwa 60km). Es gibt also noch viel zu Entdecken bei unserem nächsten Besuch. Und den wird es sicher geben.

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